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Partizipation ist die ernst gemeinte, altersgemäße Beteiligung der Kinder am täglichen Geschehen. In unserer Kindertageseinrichtung gehört die Partizipation zur alltäglichen Arbeit und ist Voraussetzung für das Gelingen der Bildungsprozesse. Durch die Beteiligung von Kindern an der Gestaltung des Kita-Alltags werden viele Fähigkeiten gefördert und Lernprozesse bei den Kindern in Gang gesetzt.
Es gibt verschiedene Formen der Beteiligung in unserer Einrichtung. Zu den offenen Formen der Beteiligung gehören Morgen-oder Erzählkreise, in denen die Kinder ihre Anliegen, Gedanken und Vorschläge einbringen, diskutieren und damit Einfluss auf den Kita-Alltag nehmen können. Bei der projektbezogenen Beteiligung befassen sich die Kinder in einem zeitlich überschaubaren Rahmen mit einem klar abgesteckten Thema. Dies kann zum Beispiel die Vorbereitung eines Ausfluges oder die Umgestaltung eines Raumes sein. Das gemeinsame Aufstellen von Gruppen- und Hausregeln gehört ebenfalls zu einer Form der Beteiligung und ist fester Bestandteil, um das tägliche Miteinander zu strukturieren.
Auch bei unseren Kindern unter drei Jahren wird Partizipation gelebt, allerdings werden die Schwerpunkte anders gesetzt. Kinder von 4 Monate bis drei Jahren üben sich noch in der sprachlichen Entwicklung, signalisieren aber dennoch deutlich ihre Interessen und Entscheidungen auf nonverbaler Ebene. Gestik, Mimik und Handlungen ermöglichen es der Fachkraft und dem Kind in eine soziale Beziehung zu treten und eine Verständigung aufzubauen. Zum Beispiel signalisiert uns das anderthalbjährige Kind, dass es müde ist, indem es seinen Schnuller aus seinem Fach holt. Durch den separaten Schlafraum ermöglichen wir es, dass jedes Kind seinen eigenen Schlafrhythmus wahrnehmen kann.
Beteiligung bedeutet aber auch Unzufriedenheit und Unmut ausdrücken zu dürfen und keine Konflikte zu scheuen. So ist es wichtig, Kindern dies in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen. Wir bieten ihnen an, sich z.B. in Sitzkreisen zu äußern oder in vertrauensvollen Gesprächen mit einer Fachkraft gemeinsam zu einer Lösung zu kommen. Die Möglichkeit zur Beschwerde erfordert von den Fachkräften zum einen den Respekt gegenüber den Empfindungen des Kindes und zum anderen die Einsicht, dass es auf Seiten der Erwachsenen Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Auf diese Weise ist es möglich, dass Kinder sich angstfrei äußern und bei Bedarf individuelle Hilfe erhalten können.
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